Talkrunde leider abgesagt - IKR bedauert fehlende Rückmeldung eines Landratskandidaten
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Liebe Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Tirschenreuth, liebe Vertreter der Presse,
im Folgenden finden Sie die nachfolgende Pressemitteilung.
+++ PRESSEMITTEILUNG +++
Tirschenreuth, den 16.03.2026 - 8:30 Uhr
Talkrunde leider abgesagt - IKR bedauert fehlende Rückmeldung eines Landratskandidaten
Die Initiative Klinik Retten (IKR) hatte am Donnerstagmittag die beiden Landratskandidaten Roland Grillmeier (CSU) und Hubert Schicker (Freie Wähler) zu einer öffentlichen Diskussionsrunde über die Zukunft der Gesundheitsversorgung im Landkreis Tirschenreuth eingeladen. Ziel der Veranstaltung sollte es sein, den Bürgerinnen und Bürgern kurz vor der Stichwahl die Möglichkeit zu geben, die Positionen der beiden Kandidaten zur medizinischen Versorgung im Landkreis direkt zu hören und miteinander zu vergleichen.
Die Einladung erfolgte sowohl über eine persönliche E-Mail an die Kandidaten als auch öffentlich über einen Beitrag auf Facebook.
Auf die Anfrage reagierte lediglich Hubert Schicker (Freie Wähler). Er meldete sich bereits kurze Zeit nach Versand der Nachricht bei der IKR zurück und sagte seine Teilnahme an der Diskussionsrunde zu. Vom amtierenden Landrat und CSU-Kandidaten Roland Grillmeier ging hingegen bis zum jetzigen Zeitpunkt weder eine Zu- noch eine Absage ein, auch auf weitere Kontaktversuche erfolgte keine Rückmeldung.
Die IKR hatte die Diskussionsrunde bewusst als gemeinsames Gespräch mit beiden Kandidaten geplant. Eine Veranstaltung mit nur einem Kandidaten kommt für die Initiative nicht in Betracht, da sie parteipolitisch neutral bleibt und den Bürgerinnen und Bürgern einen direkten Vergleich der Positionen ermöglichen wollte.
„Wir hätten diese Diskussion sehr gerne durchgeführt und den Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis die Gelegenheit gegeben, die Positionen beider Kandidaten zur Zukunft der Gesundheitsversorgung zu hören“, erklärt die Initiative. „Unter den aktuellen Umständen ist eine faire und gut organisierte Veranstaltung leider nicht mehr möglich.“
Wir stellen unsere Fragen trotzdem - auf Social Media
Eine Auswahl unserer Fragen veröffentlichen wir heute über unsere Social Media Kanäle bei Facebook, Instagram und auf unserer Website und bitten die beiden Landratskandidaten einmal, diese Fragen heute im Laufe des Tages bis 18:00 Uhr in entsprechender Form als Video oder in Schriftform zu beantworten und uns ggf. Links zusenden, um die Antworten mit dem Fragenpost verknüpfen zu können.
Die Sicherstellung einer zuverlässigen Gesundheitsversorgung im Landkreis Tirschenreuth bleibt für die IKR weiterhin ein zentrales Anliegen. Die Initiative wird sich auch künftig dafür einsetzen, dass dieses Thema öffentlich diskutiert wird.
Unsere Fragen:
FRAGE 1 – Krankenhausplanung – Warum hat man sich nicht gewehrt?
„Die Bundesländer planen ihre Krankenhausstandorte zentral, nur Bayern weigert sich und schiebt diese Verantwortung den Kommunen zu, lässt sie dann aber auf dieser Verantwortung UND den Kosten sitzen. Obwohl die das gar nicht leisten können und auch nicht dafür zuständig sind.“
Ja, den Kommunen wird der Schwarze Peter zugeschoben. Aber warum steht der Landkreis nicht auf und wehrt sich? Der Landkreis könnte z.B. argumentieren, dass sich nach der letzten Bundestagswahl alle Parteien auf einen Rahmen für Krankenhausstandorte geeinigt hatten. Der ehemalige BM Lauterbach hat sogar wörtlich im BR gesagt, dass das KH Tirschenreuth nach seinen Planungen notwendig sei.
Inzwischen zeigt sich aber zum Beispiel, dass wir nicht mehr in der Lage sind, eine Schadenlage mit mehreren Erkrankten oder verletzten Personen in der vorgegebenen Zeit abzuwickeln, weil die Entfernungen zwischen den noch vorhandenen Krankenhäusern zu groß sind. Auch eine drastische Ausweitung der Rettungsdienststandorte hilft hier nicht, weil die Fahrzeuge durch die langen Fahrzeiten ausfallen.
Was würde der zukünftige Landrat a) dem Kreisrat, b) seiner Fraktion und c) seiner Parteiführung dazu sagen?
FRAGE 2 – Akutgeriatrie am „Krankenhaus“ Tirschenreuth
Bei der zum 01.04.2024 durchgeführten Struktur-Reform der KNO wurde damit geworben, dass in Tirschenreuth eine AKUTGERIATRIE etabliert wird.
Bereits vor der Krankenhaus-Gesetzreform und erst recht jetzt danach steht fest, dass hierbei erhebliche Vorgaben zu erfüllen sind – handelt es sich doch um geriatrische, also alte Patienten mit schweren Nebenerkrankungen:
3 Planstellen für Ärzte der Akutgeriatrie, Intensivstation am Haus, radiologische Diagnostik (Röntgen, CT), Labor, OP-Säle.
Dies alles wurde ja bis auf die Bettenstationen und OP-Säle nach Weiden verlagert – so dass der Betrieb einer Akutgeriatrie wohl scheitern wird.
Sollte die Akutgeriatrie weiterhin im Planungsfocus bleiben, müsste Tirschenreuth wieder aufgerüstet werden in Richtung Level 1n (Grund- bzw. Regelversorgung) – gibt es dazu Überlegungen?
Des Weiteren ist nun nach erneutem Umbau – der kaum gefördert wird, da nur Reha und kein Krankenhaus! – ein Umzug der REHA von Erbendorf nach Tirschenreuth geplant.
Daher die konkrete Frage: Kommt die Akutgeriatrie in Tirschenreuth – ja oder nein? Ist sie leistungsgruppenkonform? Und wenn ja: wie viel fehlte noch zum Grundversorger Level 1n?
FRAGE 3 – Hausgemachter Pflegekraftmangel zusätzlich zum Fachkräftemangel
Nach der Umstrukturierung des Krankenhauses Tirschenreuth haben viele Pflegekräfte aus dem Raum Tirschenreuth sich notgedrungen für einen längeren Arbeitsweg nach Weiden entschieden. Allerdings sollte man in Zeiten des Fachkräftemangels nicht außer Acht lassen, dass erfahrene Kräfte jederzeit auch Stellen bei anderen Trägern, in der ambulanten Pflege oder in Facharztpraxen direkt vor ihrer Haustür finden können.
Die oft als "Zerschlagung" empfundene Umstrukturierung hat bei vielen Mitarbeitern zu Demotivation geführt. Wer sich seinem Standort Tirschenreuth verbunden fühlte, sieht im Umzug nach Weiden oft auf Dauer keine Perspektive.
Durch die Schließung der Chirurgie, Gynäkologie und Intensivstation in Tirschenreuth (März 2024) sowie der Notaufnahme dort, werden fast alle akuten Fälle in die Region Weiden umgeleitet, daraus resultiert ein erhöhtes Patientenaufkommen im Klinikum Weiden, weil es jetzt ein deutlich größeres Einzugsgebiet abdecken muss. Als Schwerpunktkrankenhaus versorgt das Klinikum Weiden nun zusätzlich Pflegefälle mit einem erhöhten Pflegezeitaufwand, was das vorhandene Pflegepersonal oft an die Belastungsgrenze bringt.
Die "mitgebrachten" Mitarbeiter aus Tirschenreuth reichen oft gerade so aus, um das zusätzliche Patientenaufkommen zu bewältigen – sie lindern aber nicht den bereits vorher bestehenden Mangel in Weiden. Aus verlässlicher Quelle ist uns bekannt, dass eine dreistellige Anzahl von Mitarbeitern fehlt.
Was würden Sie tun, um die Abwanderung von Fachpersonal zu stoppen? Was würden Sie tun, um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen?
Wir sind gespannt auf die Antworten der beiden Landratskandidaten.
Initiative Klinik Retten
+++ ENDE PRESSEMITTEILUNG +++
Hier die Pressemitteilung auch als PDF zum Download:
Danke und herzliche Grüße
Team von Initiative Klinik Retten
von Initiative Klinik Retten | 16.03.2026



Letzte Woche wurde Roland Grillmeier von der Initiative Klinik Retten gebeten, an einer Podiumsdiskussion teilzunehmen. Diese Anfrage haben wir und vor allem er sehr ernst genommen. Daher haben wir uns intensiv über das Wochenende damit befasst, um unter anderem auch die Fragen von Dr. Nemsov fundiert zu beantworten. Folgendes stichhaltiges Antwortschreiben hat Roland Grillmeier heute Vormittag gesendet. Leider hat sich dies nun zeitlich mit der Pressemitteilung der IKR, dass er nicht teilnehmen würde, überschnitten. Daher möchten wir Ihnen das Schreiben, das auch klar seinen Standpunkt zum Thema Gesundheitsversorgung und die umfassenden Maßnahmen deutlich macht, zur Verfügung stellen: https://roland-grillmeier.de/gesundheit/