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  • manueljokiel

[KOMMENTAR] Herr Söder, unsere Kliniken stehen vor dem Aus. Kommen Sie endlich aus dem Quark!



Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Markus Söder , auch heute hat Sie wieder ein Brandbrief erreicht, überreicht von den Feuerwehren bezüglich des Krankenhauses Mainburg. Auch wir, aus dem Landkreis Tirschenreuth haben bereits einen Brandbrief verfasst, und Ihnen zukommen lassen. Reaktion? Gleich null.


Wissen Sie, alle Verfasser der Brandbriefe sind keine laienhaften, verkappten Klinikretter, die sich nur engagieren, weil sie gerade nichts anderes zu tun haben.


Im Landkreis Tirschenreuth sagen Ihnen lange erfahrene Notärzte, RDler, Pflegekräfte, dass das, was hier geplant ist nicht funktionieren kann. Oder hätten es Ihnen gesagt, wäre der Brandbrief nicht geflissentlich "überlesen" worden.


Warum engagieren sich die Menschen, die Fachleute hier? Weil es sich vielleicht theoretisch machbar anhören mag, wenn ein Patient "nur" 30 Minuten bis zur nächsten Klinik benötigt. Was aber, wenn diese 30 Minuten entfernte Klinik bereits jetzt oft Patienten erst gar nicht annehmen kann und diese weiterleiten muss? Wissen Sie eigentlich, dass bereits jetzt viel weiter entfernte Kliniken Betten aufstocken, weil sie bereits jetzt schon wissen, dass das mit der Aufnahme innerhalb 30 Minuten in besagter Klinik nichts wird?


Waren Sie schon einmal in unserer Grenzregion, und dann vielleicht noch im Winter? Wir haben hier enge, kurvenreiche Straßen. Innerhalb einer akzeptablen Zeit von A nach B zu kommen ist dann nicht möglich.


Unsere Petition hatte über 50000 Unterschriften. Die Mainburger Petition bereits über 10000. Sind Sie auch nur einmal im Landkreis Tirschenreuth tätig geworden? Für Ihre Wähler? Nein!


Die Pläne für das Krankenhaus Tirschenreuth wurden von der Gesundheitsministerin abgesegnet.


Einer Gesundheitsministerin mit Erfahrung in Jura, nicht aber im medizinischen Bereich. Jemand, der sich auf "Expertisen" verlassen muss. Wo waren Sie, als diese Pläne abgesegnet wurden?


Es werden "Gesundheitszentren" propagiert. Ein System, das aber bei uns im Landkreis schon bei anderen geschlossenen Krankenhäusern nicht funktioniert hat. Die Gebäude der "Gesundheitszentren" sind inzwischen verkauft.


Wir hier sind stolz auf unsere ländliche Region. Nur leider wird sich hier niemand mehr wissentlich ansiedeln, der damit unterschreibt, nicht mit einer Versorgung im Notfall unter 30 Minuten rechnen zu können.


Ich bin Pflegefachkraft. Wir hatten vor Corona schon katastrophale Zustände. Während Corona noch mehr. Aber wir haben durchgehalten. Für unsere Patienten. Was hat man damals nicht geklatscht für uns. Waren wir nicht das Land, das nicht einmal mehr eigene Masken produzieren konnte?


Und jetzt?


Jetzt wird die Situation weiter verschärft. Weil auf "Berater", "Juristen", "Vorstände" gehört wird. Auf deren "Expertisen", erreicht durch 5 Berater, weil sie, da fachfremd, sich auf diese verlassen müssen.


Dazu hätte ich auch eine kurze Frage: Ich bin Pflegefachkraft, mein Mann Kraftfahrzeugtechnikermeister. Wie ernstzunehmend wären wir, bräuchten wir "Berater", um Entscheidungen treffen zu können?


Und was für mich das Schlimmste ist?

Nicht nur, dass die wirklichen Experten übergangen werden. Auch hierzu eine kleine Frage: Was genau konnten die "Wirtschafter", "Juristen", "Berater" während Corona ausrichten? Nichts! Wir, die, die sich auskennen mussten es richten. Bis wir wieder nichts mehr wert und wieder unwichtig waren, und die "Wirtschafter" wieder übernommen haben.


Aber zurück zu der Frage, was für mich das Schlimmste ist: Ich habe im ambulanten Dienst Patienten, die ich teilweise schon lange betreue. Patienten, die sich wertlos fühlen. Die wissen, dass sie der Ehepartner nicht mehr besuchen kann, sollten sie in eine Klinik müssen, weil einfach schon die Anfahrt nicht mehr machbar ist. Wir sprechen von Menschen, die keine 10 Minuten Autofahrt mehr aushalten wegen Arthrose etc. Wir sprechen von Menschen, die sich nicht mehr bemerkbar machen können. Und jetzt lieber in kein Krankenhaus mehr möchten, manche Behandlungen nicht mehr möchten. Menschen, die für uns alles wieder aufgebaut haben.


Ich habe die Nase so voll. Von untätigen Politikern, die sich scheuen, Tacheles zu reden. Von der ganzen Hin- und Herschickerei, vom Landkreis an das Land, weiter nach Berlin und wieder zurück. Von einer Gesundheitsministerin, die auf Grund von "Expertisen" entscheidet, vorgefertigte Antwortbriefe verschicken lässt, Dinge absegnet auf einem Gebiet, dass nicht das ihre ist.


Von Landräten und einem Bürgermeister, der sogar lieber die Notärzte angeht, sie würden "Horrorszenarien" kreieren.


Ich habe die Nase voll. Vom Angelogen werden, vom Hingehalten werden.


Davon, dass Fachfremde Entscheidungen im Gesundheitsbereich treffen dürfen, für die sie Berater brauchen.


Ich habe die Nase voll davon, meinen Patienten erklären zu müssen, wieso das alles hier so passieren kann. Wir haben JETZT schon die schlechteste Überlebensrate der Industrienationen. Und man begegnet dem mit einem weiteren Abbau, einer weiteren Verschlechterung der Gesundheitsversorgung, weil man sich lieber auf die verläßt, die am meisten Geld einsparen können, statt auf die, die die wirklichen Experten sind?

Ich kann nur sagen, die nächsten Wahlen werden kommen.


Ich kann nur sagen, ich werde für jeden meiner Patienten aufstehen, für jeden Angehörigen, für jeden Mitbürger, der künftig auf der Straße bleiben wird.


Lassen Sie den weiteren Abbau unserer Krankenhäuser nicht zu! Fangen Sie an, auf die echten Experten zu hören! Denjenigen, die täglich an der Basis arbeiten! Hören Sie auf, Brandbriefe zu ignorieren!


Die Zeit zu handeln ist jetzt! Die Zeit zu zeigen, wie wichtig Ihnen die Menschen in Bayern wirklich sind ist jetzt!


Es gibt den GKV-Kliniksimulator. Nehmen Sie sich nur einmal Zeit, geben Sie nur einmal alle Kliniken ein, die geschlossen wurden, bzw. von der Schließung bedroht sind! Die Zahl der Menschen, die bayernweit keine Möglichkeit auf Versorgung unter 30 Minuten mehr habe geht nahe an die 100000. Und dann handelt es sich auch nur theoretisch um die nächste erreichbare Klinik! Eine Aufnahme dort war schon vorher wegen Überlastung nicht gesichert! Oft wurden Menschen "pseudoaufgenommen", und dann z.B. ins Tirschenreuther Krankenhaus wegen Überlastung "rückverlegt". Obwohl Tirschenreuth für die ursprüngliche Anfahrt mit dem RTW abgemeldet war. Und das alles nur alleine schon in Bayern!


Stehen Sie endlich ein und auf! Für uns! Für Ihre Wähler! Und fangen Sie endlich an, diesen Wahnsinn des Klinikabbaus in Bayern zu stoppen!

 




von Susanne Fröhlich-Wagner, Fachkraft in der Altenpflege und Schwester in der ambulanten Alten- und Krankenpflege, Wiesau

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